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Eine Handreichung für die Arbeit der Ortsausschüsse
Eine Handreichung für die Arbeit der Ortsausschüsse

Eine Handreichung für die Arbeit der Ortsausschüsse

Ortsausschüsse

Treffen der Mitglieder der Ortsausschüsse der Pfarrei Peter und Paul Wiesbaden am 21.04.2018 in St. Hedwig

Zahlreichen Mitgliedern der Ortsausschüsse der Pfarrei neuen Typs Peter und Paul Wiesbaden stellte PGR-Vorsitzender Hans-Otto Ermuth den Entwurf der Handreichung für die Arbeit der OAs in der Pfarrei vor und gab Hintergrundinformationen zu dem vorgelegten Textentwurf. Dies war die Auftaktveranstaltung zu einer Diskussion des Entwurfs in den einzelnen Ortsausschüssen der Pfarrei.

Um was geht es dabei: In unserer Pfarrei neuen Typs bestehen 9 Kirchorte mit 8 Ortsausschüssen, die sich um das kirchliche Leben vor Ort kümmern.

Nach der Synodalordnung, die die Arbeit der kirchlichen Gremien im Bistum Limburg regelt, sind die Ortsausschüsse Ausschüsse des Pfarrgemeinderates; ihre Mitglieder werden vom PGR eingesetzt, nicht von den Kirchortgemeinden gewählt. Nach der Synodalordnung haben Ortsausschüsse keine eigene Entscheidungsbefugnis, ihre Beratungsergebnisse müssen sie dem PGR vorlegen; diese werden erst durch Beschluss des PGR verbindlich.

Diese Regelung ist in der Praxis der Pfarrei nie zur Anwendung gekommen, die OAs haben in ihrer Arbeit immer selbständig und eigenverantwortlich Beschlüsse gefasst. Streng genommen waren deshalb wegen obiger Regelung alle in der Vergangenheit von den OAs getroffenen Beschlüsse rechtlich unwirksam.

Um diesen unbefriedigenden Zustand zu beheben hat der PGR nach einer Lösung gesucht und auch gefunden. Die Synodalordnung gestattet dem PGR im Einzelfall, Entscheidungskompetenzen an Ortsausschüsse weiterzugeben. Nach ausgiebigen Konsultationen mit dem Bistum – insbesondere zu der Frage, wie der Begriff Einzelfall abzugrenzen ist – wird der PGR einen Katalog von Entscheidungsfeldern beschließen, in denen den einzelnen OAs auf Antrag Entscheidungskompetenz übertragen werden soll.

Damit diese Entscheidungskompetenz von den einzelnen OAs auch formalrechtlich korrekt ausgeübt werden kann und die Arbeit der OAs generell auf einem vergleichbaren Level erfolgt, hat eine Arbeitsgruppe des PGR eine Handreichung erarbeitet, die z.B. Auskunft zu Fragen gibt: was ist ein OA, wie werden seine Mitglieder vorgeschlagen und eingesetzt, wie arbeitet ein OA, was beschließt er und wo sind die Grenzen der Beschlussmöglichkeit etc.. Dies sind Anregungen („Soll“), nicht jedoch eine strikte Verordnung. Lediglich die Fragen zu den übertragenen Beschlusskompetenzen sind bindende Anforderungen (z.B. Mehrheiten bei der Abstimmung, Dokumentation der Beschlüsse).

Der Entwurf der Arbeitsgruppe wurde nach Diskussionen und kleinen Änderungen vom PGR abgesegnet, ebenso hat das Synodalamt in Limburg keine Bedenken mehr.

Der folgende Schritt ist die Diskussion des Entwurfs in den einzelnen Ortsausschüssen, wozu die Veranstaltung den kick-off gab. Die Diskussion soll bis zum 20. August 2018 abgeschlossen sein. Danach will der PGR die Diskussionsergebnisse der einzelnen Ortsausschüsse beraten und ggf. in den Entwurf einbauen. Über den ggf. veränderten Entwurf und über die Übertragung von Entscheidungskompetenzen auf die antragstellenden OAs selbst wird der PGR dann am 25. August 2018 final entscheiden

Text und Bilder: Dr. Wolfgang Rollig