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Corona – eine Heilige gibt einem Virus einen Namen

Corona – eine Heilige gibt einem Virus einen Namen
Corona – eine Heilige gibt einem Virus einen Namen
Bildnis der Heiligen Corona, Altarbild der Pfarrkirche St. Corona am Wechsel, Niederösterreich © www.wikipedia.de / Wolfgang Glock / Creative-Commons-Lizenz

Wenn man das Wort „Corona“ hört, denkt man unwillkürlich an die Corona-Pandemie, die unser Leben zu Beginn des Jahres 2020 stark eingeschränkt hat. Es gibt aber noch eine andere Bezeichnung für das Wort Corona. Es ist eine Frau mit diesem Namen.

Wer war dieses Frau, die wahrscheinlich im zweiten Jahrhundert  gelebt und als Heilige verehrt wird?

Unter Kaiser Antonius Pius (161–180) erlitt sie das Martyrium. Corona soll in Syrien oder Ägypten gelebt hat. Weil sie Vicktor, der unter den Qualen der Folterung zu leiden hatte und ihn wegen seiner Stadthaftigkeit beim Martyrium pries, sollen zwei Kronen vom Himmel gefallen sein; eine für Vicktor und die andere für sich. Das  Geschehen teilte sie anderen mit, so dass Vicktor enthauptet und sie mit sechzehn Jahren brutal getötet wurde. Ihren Körper band man an zwei niedergelegten Palmen, so dass Corona beim Emporschnellen der Palmen zerrissen wurde.

© www.wikipedia.de / Wolfgang Glock / Creative-Commons-LizenzBildnis der Heiligen Corona, Altarbild der Pfarrkirche St. Corona am Wechsel, Niederösterreich

Anderen Quellen zufolge soll sie die Ehefrau von Vicktor, eines römischen Soldatens, gewesen sein, der seines Glaubens wegen in der Zeit des Kaisers Diokletian zu Tode gemarter wurde. In der Frühzeit des Christentums war das Eintreten Coronas für den Glauben das Entscheidende für die Verehrung, weil sie ihr eigenes Leben dafür opferte. Zweifellos hat dies beigetragen, Corona als Pestheilige zu verehren, denn viele Ärzte, Pfleger und Krankenhauspersonal riskierten wie in der heutigen Pandemie bei der Pflege der Kranken ihr eigenens Leben.

Der Namenstag der Heiligen ist der 14. Mai.

Verehrt wird sie vor allem in Österreich und in Ostbayern. In Passau, in Handlab, Landkreis Degerndorf und in Staudach, einem Ortsteil, einem Ortsteil von Massing im Landkreis Rottal-Inn sind Kirchen zu ihrer Ehre geweiht und Wallfahrtsorte. In Österreich gibt es drei Kirchen zur Ehre der Heiligen, eine davon im Wienerwald. Reliquien Coronas sind im Prager Veitsdom und Patronien ist sie für das Aachener Marienstift. Als Heilige wird sie nicht nur bei Seuchen, sondern auch in Geldangelegenheiten angerufen. Der Währung Österreichs gab sie bis 1924 den Namen „Krone“.

Josef Plahl