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#ICHVERZICHTE: ... auf das ganze „Theater“

#ICHVERZICHTE: ... auf das ganze „Theater“
#ICHVERZICHTE: ... auf das ganze „Theater“
© MustangJoe / Pixabay

„Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.“

Markusevangelium, Kapitel 6, Verse 31-32

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Zoom-Andacht!

„Ich verzichte auf das ganze „Theater“! – Vielleicht haben Sie sich über diesen Satz auf dem Impulsblatt, das gleichzeitig die Einladung zu dieser Zoom-Andacht ist, etwas gewundert.

Ich wollte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass ich momentan auf Theaterbesuche verzichte. Geht ja in dieser Zeit auch sowieso nicht, da die Theater alle ge-schlossen sind. Und man kann nicht auf etwas verzichten, was gar nicht möglich ist.

Nein, der Begriff „Theater“ steht für all den alltäglichen Trubel und negativen Stress, die Herausforderungen, die mir in meinen Pfarrerberuf begegnen, die un-verhältnismäßig vielen Konflikte, die es in letzter Zeit in der Pfarrei, unter den Mitarbeitenden und in der Kirche insgesamt gibt. Ich erlebe die Stimmung im Ganzen als „gereizt“. Für mich ist die Zeit des Lockdowns kein Idyll, kein Spaziergang. Obwohl es mir persönlich nicht schlecht geht. Das ist es nicht. Aber ich sehne mich oft nach Ruhe und Alleinsein. Nach Abstand zu meinem dienstlichen Alltag. Vergeblich. Immer wieder kommt was Wichtiges dazwischen. Und Urlaub bzw. Ausflüge sind in Zeiten von Corona auch nicht gewünscht.

Und so möchte ich heute diese Andacht dafür nutzen, Ihnen und mir zu etwas Ruhe zu verhelfen. Wir sind heute zwar nur für eine kurze Viertelstunde zusam-men, aber trotzdem haben wir zwei unermesslich mächtige und hilfreiche Mittel zur Verfügung, um alle Widrigkeiten, die uns im Leben begegnen, meistern zu können. Nämlich die Bibel und das Gebet.

So helfen mir zum Beispiel, wenn mich Sorgen und Ängste quälen, Verse aus dem Psalm 62:

„Bei Gott allein wird ruhig meine Seele, von ihm kommt mir Rettung. Er allein ist mein Fels und meine Rettung, meine Burg; ich werde niemals wanken.“ (Psalm 62, Verse 2 + 3)

Und auch noch die Verse 8 und 9: „Bei Gott ist meine Rettung und meine Ehre, mein starker Fels, in Gott ist meine Zuflucht. Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht.“

Bevor ich Ihnen jetzt für die nächsten zehn Minuten eine kleine Aufgabe gebe (wir spielen währenddessen ruhige Musik ein), wofür Sie ein Blatt Papier und einen Stift brauchen, möchte ich noch ein kurzes Gebet von Hanne Bares sprechen:

Du lädst mich ein in die Stille, Herr,
lädst mich ein, zur Ruhe zu kommen bei dir.
Wenn ich wieder einmal nicht weiß,
wo mir der Kopf steht, 
nicht einmal mehr Zeit finde
in Ruhe zu essen,
wieder einmal Raubbau treibe 
mit meinen Kräften,
lädst du mich ein, mich neu auszurichten auf dich
und auszuruhen bei dir.
Lass mich mitten in der Hektik des Alltags
deiner Einladung folgen
und Inseln der Stille finden, 
wo ich deine Nähe wieder spüre 
und neue Kraft schöpfen kann.
Amen.
                                von Hannelore Bares

Ruht euch ein wenig bei mir aus…

  • Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben Sie darauf: „Ein Ruheplatz ist für mich wie…“
  • Lassen Sie sich ein paar Minuten Zeit und überlegen Sie: Welche Orte oder Zeiten fallen mir ein, wenn ich mir einen Ruheplatz vorstelle? Haben Sie vielleicht einen konkreten Wunsch nach so einem Ruheplatz? Es kann sein, dass Ihnen beim Nachdenken auch unangenehme Bilder kommen. Lassen Sie auch diese zu.
  • Ergänzen Sie den Satz „Ein Ruheplatz ist für mich wie…“ mit Vergleichen, mit Sprach-Bildern, die Ihnen beim Nachspüren eingefallen sind. Wenn Sie möchten, können Sie dies auch in einem kleinen Bild ausdrücken.
  • Lesen Sie anschließend den folgenden Bibeltext:

Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine ein-same Gegend, um allein zu sein.“                            (Markus 6, 30-32)

  • Schenken Sie sich ein wenig Zeit, um sich Ihren Ruheplatz vorzustellen: 
    Wie sieht er aus?
    Was kann ich hören?
    Hat er vielleicht einen bestimmten Geruch?
    Ist es eine angenehme Atmosphäre?
    Können Sie sich an diesem Ruheplatz wirklich wohlfühlen und ausruhen?
  • Lesen Sie zum Schluss die Worte Jesu noch einmal, vielleicht sogar laut.

Abschluss

Schliessen möchte mit einem Gebet zur hereinbrechenden Nacht von Norbert M. Becker:

Gott, der Herr, schenke dir die Ruhe der Nacht.
Alle Dunkelheiten deines Lebens lasse er verstreichen
Hinein in das Dunkel des nächtlichen Himmels.
Er helfe dir loszulassen, was dich am Leben hindert,
und vorauszudenken, was du gerne wagen möchtest.
Er sei in deiner Welt der Träume,
ohne dich zu schrecken.
Er lasse dich ausruhen,
Schlaf finden und Kraft schöpfen.
Er gebe dir seinen elterlichen Segen
Und einen guten Engel an deine Seite.
Es segne dich der Herr!

(Gebet von Norbert M. Becker aus: Ein Segen sein. Junges Gotteslob
© 2011 Dehm Verlag, Limburg, www.dehm-verlag.de / 
Lahn-Verlag in der Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.bube.de)

Herzlich danke ich wiederum Sebastian Sellinat für die technische Unterstützung! Heute arbeitete er sogar aus seinem Pkw heraus, da er mit seiner Familie während dieser Zoom-Andacht noch in einem Stau auf der Autobahn stand. Chapeau!

Knud Schmitt
Pfarrer, Leitung
Tel.:0611 / 8904390

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