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Machtmissbrauch, Frauenweihe, Segensfeiern

"Christen sagen ihre Meinung" erstmals digital und mit Bischof Georg Bätzing
Machtmissbrauch, Frauenweihe, Segensfeiern
Machtmissbrauch, Frauenweihe, Segensfeiern
Digital mit dabei war Bischof Bätzing nicht nur beim Workshop (unser Foto), sondern auch beim Forum "Christen sagen ihre Meinung". © Detlef Gottwald

Machtmissbrauch, Frauenweihe, Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare – um den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und seine in Kirche und Gesellschaft kontrovers diskutierten Themen ging es am Freitagabend, 11. Juni. Nach zehn Präsenzveranstaltungen seit 2019 feierte das Team der Pfarrei St. Peter und Paul im Rahmen der Visitation eine Premiere: Im Internet stellte sich Bätzing bei einem offenen Forum unter dem Titel „Christen sagen ihre Meinung“ den kritischen Fragen der etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bätzing ermutigte die Zuschauer, sich weiter intensiv mit dem Synodalen Weg zu beschäftigen und den synodalen Vertretern des Bistums Sichtweisen und Perspektiven mit in die Beratungen zu geben.  

Bätzing wertet die Chancen, dass sich infolge des Synodalen Weges Veränderungen in der Kirche vollziehen werden, als hoch ein. In jedem Forum würden kluge Entscheidungen getroffen und danach differenziert, was verändert werde könne, ohne gegen das Kirchenrecht zu verstoßen oder Rom fragen zu müssen. Als ein Beispiel nannte er etwa eine Gleichstellungsordnung. „Diese wird sehr bald auch in unserem Bistum umgesetzt“, kündigte der Limburger Bischof an. „Vieles wird daran liegen, ob die Bischöfe bereit sind, sich selbst an diese Beschlüsse zu binden.“ Zugleich warnte der Limburger Bischof vor unrealistischen Erwartungen oder gar einem blinden Reformeifer. Das Aufstellen platter Forderungen ohne überzeugende Argumentationen führe nicht zu Fortschritten.

„Es gibt heute gute theologische Argumente, dass diese Frage wieder geöffnet werden könnte“, sagte Bätzing in Hinblick auf das Frauenpriestertum. Zugleich räumte er ein, dass das Thema nicht einfach werde geklärt werden können. Mehrere Päpste, darunter Johannes Paul II., hätten sich mit dieser Frage auseinandergesetzt und die Weihe von Frauen ausgeschlossen. Im Rahmen des Synodalen Wegs würden aber diese Themen aber nicht ausgeklammert.  „Die Fragen werden nicht an der Schwelle des sakramentalen Amtes enden. Wir werden das formulieren“, sagte er entschieden. Mehr Chancen sieht Bätzing bei der Frage des Diakonats der Frau. In der Kirchengeschichte habe es Diakoninnen gegeben, zugleich habe Papst Franziskus erneut eine Kommission eingesetzt, die diese Frage prüfen solle. „Ich glaube, dass wir uns auf diese Frage stärker fokussieren sollten.“

Auf die Frage, wann es für Gläubige mehr Beteiligung an Entscheidungsprozessen geben werde, sagte Bätzing: „Da ist jetzt schon sehr viel mehr möglich, als es üblich ist.“ Das Bistum mache im Rahmen des Transformationsprogramms seit zwei Jahren mit neuen Formaten der Partizipation gute Erfahrungen. Er verdeutlichte: „Ich will eine wirksamere Beratung. Ich will nicht weniger Beratung, sondern eine wirksamere.“  Dazu müssten Gläubige nicht erst auf kirchenrechtliche Veränderungen warten, es gebe für Pfarrgemeinderäte Gestaltungsspielräume.  

Mit Blick auf die Frage der ökumenischen Mahlgemeinschaft, etwa bei konfessionellen Ehen,  betonte Bätzing, dass es keine Einladung für nichtkatholische Christinnen und Christen zum Empfang der Eucharistie geben könne. Zugleich machte der Bischof klar, dass er davon erfahren wolle, sofern Gläubige beim Empfang der Kommunion abgewiesen würden. „Ich werde als Bischof die Gewissensentscheidung der Gläubigen schützen“, sagte er. Bätzing äußerte sich auch zu Fragen der Kirchensteuer sowie dem Umgang der Kirche mit gleichgeschlechtlichen Paaren.    

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