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Oh Tannenbaum

Kiliansbote
Oh Tannenbaum
Oh Tannenbaum

Wenn es nach IKEA geht, fliegen die Weihnachtsbäume schon kurz nach dem Christfest aus dem Fenster. Nicht aber bei mir zuhause. Der Tannenbaum, den ich mit meinem Sohn im Wald geholt habe, bleibt stehen bis zum Sonntag nach Dreikönig. Dann endet für katholische Christen die Weihnachtszeit. 

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum wie grün sind deine Blätter.“ Klar, der Tannenbaum gehört für mich zum Weihnachtsfest wie der Osterhase zu Ostern, aber lange Zeit habe ich mich gefragt, was der Tannenbaum nun genau mit dem Christfest zu tun hat.

Der frühere Bischof Franz Kamphaus hat einmal in einer Predigt davon erzählt, dass der Weihnachtsbaum seine Wurzeln im Elsass hat, dort hat man schonvor über 400 Jahren den Tannenbaum aufgestellt. Vermutlich haben Kinder damals mitten im Winter einen grünen Baum gesucht, um den Paradiesbaum darzustellen. Darum nahmen sie wohl eine Tanne und hängten Äpfel daran. Der Paradiesbaum sollte aber nicht nur davon erzählen, dass Adam und Eva den verbotenen Apfel gegessen haben, 
sondern auch, dass es trotz der Vertreibung aus dem Paradies Hoffnung gibt. Darum haben sie auch Kerzen an den Baum und nichtgeweihte Hostien an die Zweige gehängt.

Niemand weiß genau, ob das so war. Aber vieles deutet darauf hin, dass man den Tannenbaum brauchte, um ihn als Zeichen für den Glauben zu benutzen. Auch im Weihnachtslied „Oh Tannenbaum“ klingt das durch, wenn es heißt: „Dein Kleid will mich was lehren, die Hoffnung und Beständigkeit, gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit.“

Ich kann mir Weihnachten ohne Tannenbaum nicht vorstellen, weil ich es von klein auf nie anders erlebt habe. Bei uns stand immer der Tannenbaum im Wohnzimmer. Als Kinder haben wir ihn immer erst an Heilig Abend gesehen, und Jahre später war es dann mein Privileg, den Weihnachtsbaum zu schmücken. Schon allein der Duft der Nadeln lässt bei mir Weihnachtsstimmung aufkommen. Und auch heute kann ich mir Weihnachten ohne den Baum nicht vorstellen. Er drückt für mich so etwas wie Heimat aus, weil er das Symbol für Weihnachten ist. Auch wenn mir die Paradiesbaum-Geschichte aus dem Elsass eher fremd ist.

Der Weihnachtsbaum ist auch für mich ein Zeichen der Hoffnung mit seinen grünen Nadeln und seinen Lichtern, gerade dieses Jahr – an diesem doch so anderen Weihnachtsfest. Auch die schönen bunten Kugeln sind für mich Zeichen der Lebensfreude mitten in der dunkelsten Jahreszeit. 

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen.“ Ich wünsche Ihnen – trotz aller Widrigkeiten und Einschränkungen, die uns im Moment bedrücken – ein frohes Weihnachtsfest. 

Ihr Diakon Uwe Groß

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