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„Über sieben Brücken musst du gehen …“

„Über sieben Brücken musst du gehen …“
„Über sieben Brücken musst du gehen …“
© Wolfgang Rollig

Am Abend der Pastoralklausur beim Bier hatten Manuel Gall und Wolfgang Rollig eine zunächst verrückt erscheinende Idee: Wir gestalten einen Gottesdienst einmal musikalisch ganz anders, nämlich mit alten Schlagern, die unsere zumeist älteren Gottesdienstbesucher noch gut kennen. Pastoralreferent Manuel Gall, Gemeindeleiter Dr. Rollig und Ehefrau Christa – letztere beides Wort-Gottes-Feier-Beauftragte – waren von der Idee begeistert und bereiteten den Wortgottesdienst vor, suchten auch die passenden Oldies aus. Alle waren gespannt, wie diese Idee bei den Gottesdienstbesuchern im Kirchort St. Klara ankommen würde.

Am Samstag, den 25. September war es dann soweit. Mehr Besucher als zu sonstigen Vorabendgottesdiensten waren gekommen, auch von außerhalb.

Dass zum Einzug der Oldie „Immer wieder sonntags“ erklang, war am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch der Text passte ganz gut und die Melodie war auch fetzig, so dass viele Besucher den Takt mitklatschten.

Der Wortgottesdienst selbst war ganz klassisch gestaltet, nur die Musik war anders.

Seine Ansprache eröffnete Dr. Rollig mit zwei Fragen an die Besucher: „Wie stellen sie sich Gott vor?“ und „Welchen Musikgeschmack hat er wohl?“

© Manuel Gall

Nach einer kurzen Darstellung des kirchlichen Gesangs in der Kirchengeschichte und der Musikkategorie „Schlager“ in einer kurzen Zeitreise kam er wieder auf die anfangs gestellten Fragen zurück.

Wir Christen gestalten die Gottesdienste in erster Linie für uns selbst, um natürlich Gott zu loben, aber auch um unsere christliche Gemeinschaft zu pflegen und zu festigen. Was spricht dagegen, hier auch Lieder zu singen und zu spielen, die die Menschen gern in ihrem alltäglichen Leben hören und gut finden? Die Frage muss auch erlaubt sein, ob Gott nicht der seit 2000 Jahren gehörten Halleluja-Gesänge überdrüssig ist und er auch mal was Flottes hören möchte?

Bei den im Gottesdienst gespielten Oldies kamen bei den Zuhörern Erinnerungen auf – an die erste Liebe, an Liebeskummer, an Reiselust und Fernweh, aber auch an traurige Ereignisse, bei denen die Musik getröstet hat. Dr. Rollig lud die Gemeinde ein, dass jeder diese guten oder auch traurigen Erinnerungen in diesem Gottesdienst in Dankbarkeit vor Gott bringt.

Mit fortschreitendem Gottesdienst verschwand die Sonne und die Kirche wurde dunkler. Hier kam die bunte Beleuchtung um Altarraum und vor allem an der ansonsten grauen Altarwand richtig zur Geltung. Zum Abschluss des Gottesdienstes wanderten dann bunte Sterne und andere Lichteffekte über die Wand und gaben der Kirche ein anderes – sehr festliches - Gepräge.

Die Besucher dieses Experiments befragt, gab es eine einhellige Zustimmung zu dieser Art Gottesdienstgestaltung und ein großes Lob für das Vorbereitungsteam, das vor allem die Titel der Oldies treffsicher zu den liturgischen Stellen ausgewählt hatte, z. B. „Ein Bisschen Frieden“ zum Friedensgruß und „Über sieben Brücken musst du gehen“ zum Auszug.

Pastoralreferent Manuel Gall stellte für den Gottesdienst die Technik bereit, die er ansonsten für seine Nebentätigkeit als DJ benutzt. Und er hatte als Helfer seinen kleinen Sohn Jonathan mitgebracht, der dann schon ganz professionell im richtigen Moment die Knöpfchen drückte.

Das Vorbereitungsteam ist gern bereit, auch in anderen Kirchorten einen Schlager – Wortgottesdienst zu halten.

Dr. Wolfgang Rollig
Ehrenamtlicher Gemeindeleiter
Graf-von-Galen-Straße 365197Wiesbaden-Klarenthal

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Bistum Limburg

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