Mit Jesus über unsere Mauern – Triduum in Schierstein
Es waren drei Tage, die geprägt waren von einer besonderen Gemeinschaft:
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Mit den Menschen aus den verschiedenen Kirchorten, besonders aus St. Peter und Paul, St. Georg und Katharina und St. Hedwig, sowie allen weiteren darüber hinaus aus nah und fern, die mitgefeiert haben.
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Mit allen Personen aus dem Vorbereitungsteam, Haupt- wie Ehrenamtlichen und allen, die sich in irgendeiner Form in den Gottesdiensten eingebracht haben, zum Beispiel in den liturgischen Diensten oder der Musik, bei der Fußwaschung oder beim Auf- und Abbau.
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Mit allen Menschen aus der Passion, besonders Jesus, die wir und die uns begleitet haben in dieser besonderen, großen gottesdienstlichen Feier vom Kreuzzeichen an Gründonnerstag bis zum Segen in der Osternacht.
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Bei der Agape im Anschluss an die Osternacht, wo spürbar wurde, dass unser Glaube erst in der gelebten Gemeinschaft wirksam wird.
Vielen herzlichen Dank an alle, die in irgendeiner Weise bei der Vorbereitung und Durchführung dieser besonderen Tage mitgewirkt haben.
Frohe Ostern! Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!
Pfr. Knud Schmitt, Marianne Brantzen, Juliane Schaad
Gründonnerstag
„Da stehe ich nun vor der Mauer. Gekommen bin ich um Gründonnerstag zu feiern.“ Das war das, was anders war für alle Mitfeiernden des Abendmahlsgottesdienstes in St. Peter und Paul. Sie sind in die Kirche gekommen und standen plötzlich vor einer Mauer aus Lochsteinen, die den Mittelgang versperrt hat.
„Gründonnerstag. Ein Abend der Gegensätze. Abendmahl und Verrat. Gemeinschaft und Einsamkeit. Fußwaschung und Kreuzweg. Es ist der Tag der Entscheidung, an dem Jesus seinen Weg endgültig auf die Liebe und die absolute Hingabe ausrichtet – ohne Netz und doppelten Boden. Mauern bewahren uns vor Verletzungen, geben Sicherheit, grenzen ab, was uns schaden könnte. Aber - Mauern sind zweischneidig: Sie sind Hindernis und Schutz zugleich. Was mich vor dem Bösen schützt, kann mich auch von den Menschen trennen.
Wenn ich nicht mehr bereit bin etwas von mir preiszugeben, mich verletzlich zu machen, schließe ich mich selbst in mir ein und es kann passieren, dass ich nicht mehr an der Gemeinschaft Teil habe.“ Die Mauer wurde in der Ölbergstunde zur Klagemauer, in die alle Mitfeiernden auf kleinen Zetteln ihre Bitten, Klagen und Gebete stecken konnten.
Karfreitag
Die Mauer stand nun vorne vor dem Altar. Die hineingesteckten Zettel sind deutlich zu sehen. Die Mauer steht bisweilen zwischen Gott und uns.
„Was ist Wahrheit?“ „Was führt uns zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben?“ Was führt uns zu Jesus? Pilatus verwechselt Wahrheit mit seiner Macht, freizulassen oder zu kreuzigen. In Jesu Sprachgebraucht ist Wahrheit vielmehr eine Eigenschaft, die Menschen zukommt und so etwas bedeutet wie Verlässlichkeit und Treue. Jesus selbst ist die Wahrheit Gottes. ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Zur Kreuzverehrung bringen wir mit Steinen unsere eigenen Hindernisse und Stolpersteine im Leben mit und legen sie vor Jesus am Kreuz.
Osternacht
Jesus lebt! Die Mauer ist aufgebrochen und blüht. Die Zettel aus der Klagemauer wurden im Osterfeuer verbrannt. Unsere Klagen und Bitten steigen auf zu Gott und werden verwandelt in seinem Licht. Jesus schenkt uns seine Gnade und seine Wahrheit. Mit ihm können wir Mauern überwinden.
An Ostern kommt die Wahrheit ans Licht, im wahrsten Sinne des Wortes. Halleluja!