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Bibelgarten im Mai: Kräuter

Gruß aus dem Bibelgarten
Bibelgarten im Mai: Kräuter
Bibelgarten im Mai: Kräuter
Bittermandel © Wolfgang Kessels

„Ihr seid für Gott ein Wohlgeruch Christi“

Paulus sagt im zweiten Korintherbrief
© Frau Socher-Schulz

Wer den Bibelgarten „Gott im Busch“ von der Parkplatzseite her betritt, dessen Blick fällt links auf einen Mini-Teich umgeben von einer Kräuterspirale. Hier wachsen Ysop, Rosmarin, Borretsch, Minze, Sauerampfer, Thymian, Lorbeer, Lavendel, Senf und Koriander.
Der Besucher, die Besucherin, fragt sich vielleicht erstaunt, was hat das mit der Bibel zu tun? 

Da in biblischer Zeit die Nahrung der ärmeren Bevölkerung hauptsächlich aus Getreidebrei und Hülsenfrüchten bestand, waren Kräuter und aromatische Duftpflanzen beliebt, um die Speisen zu würzen. Die heilende Wirkung vieler Kräuter war bereits bekannt. Die Echte Aloe und der Kreuzkümmel werden in der Bibel ausdrücklich erwähnt. Auch zum Räuchern in kultischen Handlungen wurden Kräuter und Duftpflanzen verwendet.

Den Wert von Kräutern im alltäglichen Leben in neutestamentlicher Zeit wird deutlich, wenn Jesus sagt: 

„Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen“ (Mt 23,23).

In den poetischen Texten des Hohenlied Salomons beschreibt Sulamith ihren Geliebten mit solch wunderschönen Metaphern aus der Pflanzenwelt:

„Seine Wangen sind wie Balsambeete, darin Gewürzkräuter sprießen, seine Lippen wie Lilien; sie tropfen von flüssiger Myrrhe…“ (Hld 5,13).

Lassen Sie sich ein auf einen Besuch im Bibelgarten mit allen Sinnen. 

Vielleicht begleitet Sie dann dieses Gebet von Claudia Nietsch-Ochs:

Du willst, Gott, dass ich deine verschwenderische Liebe schaue, rieche, schmecke, spüre.
Du willst, dass ich der lebendigen Wandlungskraft traue, die in der guten Erde wohnt. 
Du gibst den Bund nicht auf, den regenbogenfarbenen: dass ich Hüter, dass ich Hüterin der Erde sei.

Frau Socher-Schulz

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