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Rückblick 2019 und Programm 2020 „Christen sagen ihre Meinung“

Sonntagsmatinee
Rückblick 2019 und Programm 2020 „Christen sagen ihre Meinung“
Rückblick 2019 und Programm 2020 „Christen sagen ihre Meinung“
Das Team von „Christen sagen ihre Meinung“ (von links: Michaela Thasler, Elisabeth Kessels, Christina Kahlen-Pappas, ganz rechts: Stefanie Gunkel) mit der Künstlerin, Lisa Kötter (2.v.r.).

Zum Jahresende möchten wir zurückschauen auf ein Jahr Sonntagsmatineen. Ein Jahr, in dem wir unter dem Motto „Christen sagen ihre Meinung“ mit Ihnen diskutiert haben über Ökumene, Rassismus, Zölibat, Missbrauch, Homosexualität und Frauen in der Kirche. Auch die Reformbestrebungen in der Kirche waren Teil von Gesprächsrunden: darunter Maria 2.0, der Synodale Weg und der offene Brief, den namhafte Katholiken Anfang 2019 an Kardinal Marx geschrieben hatten. 

Die Antwortet lautet: Weitermachen!

Bei fast allen Sonntagsmatineen haben uns „externe Experten“ begleitet, die fundierte Antworten zu inhaltlichen Fragen des jeweiligen Themas geben konnten. Zu unseren Gästen gehörten Pfarrer i. R. Reinhard Rosenbusch, Dr. Heribert Zingel, Pfarrer Dr. Christof Strüder, Stephan Menne, Thomas Pöschl und Thomas Herold, Stefan Herok und Lisa Kötter.

Seien wir ehrlich: Das alles zu organisieren, zu planen und vorzubereiten, war ein riesiger Kraftakt für unser rein ehrenamtliches Organisationsteam. Nach einem Jahr müssen wir daher Bilanz ziehen und uns fragen: Weitermachen oder mehrere Gänge zurückschalten? 

Die Antwortet lautet: Weitermachen! Denn vor einem Jahr hätten wir uns nicht träumen lassen, wie engagiert wir in unserer Gemeinde miteinander diskutieren können, wie groß der Wunsch nach Gemeinschaft ist – besonders nach ökumenischer Gemeinschaft. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass für – vor allem auch der älteren Generation angehörige – Gemeindemitglieder die Ausgrenzung von Homosexuellen und Frauen aus der Kirche eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“ ist. Wir hatten keine Vorstellung davon, dass so viele von Ihnen, die ganz offenbar der Kirche zugewandt sind, doch immer wieder mit Zweifeln und Verletzungen durch die Kirche zu kämpfen haben. 

Erstaunlich viele Besucher

Unsere Matineen besuchten durchschnittlich 30 bis 40 Personen. Zum Thema Ökumene kamen etwa 70 Gäste, die Diskussion zu Frauen in der Kirche lockte – vielleicht wegen des 1. Advents – nur 16 Menschen ins Gemeindehaus von St. Peter und Paul. Diese Erfahrungen haben sicher auch viele andere Engagierte in Bezug auf „kirchenkritische Formate“ bzw. überhaupt mit „kirchlichen Formaten“ im vergangenen Jahr gemacht. Kirche selbst macht diese Erfahrung seit vielen Jahren – die leeren Bänke im Sonntagsgottesdienst sprechen Bände. Für uns stellt sich dadurch natürlich immer wieder die Frage: Lohnt sich unser Engagement für die Sonntagsmatineen? Was können wir überhaupt damit „bewegen“? In diesem Zusammenhang möchten wir den Sozialpsychologen Harald Welzer zitieren, der in einem Interview im Jahr 2018 sagte:

„Soziale Bewegungen gehen immer von Minderheiten aus. Die Gesellschaft ist bewusstseinsmäßig so aufgeteilt, dass 5–10 Prozent ein Avantgarde-Denken haben, weitere 5–10 Prozent sind extrem konservativ und die restlichen 80 Prozent interessieren sich einen Scheiß für irgendwas und machen alles mit. Also ist ein Lebensstilwandel, der von 5 Prozent auf die Wege gebracht wird, effektiv.“

Programmvorschau auf 2020

Wir möchten diese Aussage über den Lebensstilwandel gerne auf die katholische Kirche herunterbrechen. Wir möchten gerne zu diesen 5 Prozent gehören, die den Wandel, also die Erneuerung, in unserer Kirche mit auf den Weg bringen. Und wir würden uns freuen, wenn Sie auch dazu gehören möchten! Gelegenheit dazu bieten unsere Sonntagsmatineen und Gesprächskreise auch im Jahr 2020:

Sonntag, 2. Februar 2020, 11 Uhr 

„Das Kreuz mit dem Sex – leibfeindliche Kirche?“ mit Pfarrer Dr. Stefan Scholz

Sonntag, 8. März 2020, 11 Uhr

„Gender – Gottes Vielfalt?“ Referent angefragt

Mittwoch, 18. März 2020, 19 Uhr

„Alt und allein – gibt es kirchliche Gemeinschaft nur für die Fitten?“ mit Referenten des Malteser Hilfsdienstes

Sonntag, 3. Mai 2020, 11 Uhr 

„Ungeplant schwanger – die Arbeit von Donum Vitae“ mit Sabine Strunge und Ursula Meller

Donnerstag, 28. Mai 2020, 19.30 Uhr

„Warum wir aufhören sollten, die Kirche zu retten – eine neue Vision von Christsein“ mit Pfarrer Burkhard Hose

Sonntag, 21. Juni 2020, ganztags

Ausstellung zu den Matineen von Christen sagen ihre Meinung im Rahmen des Pfarreifestes und der Visitation durch Bischof Dr. Georg Bätzing

Stefanie Gunkel, Christina Kahlen-Pappas, Elisabeth Kessels und Michaela Thasler