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LebensZeichen 30

Wöchentliche Mitteilungen der Pfarrei St. Peter und Paul
LebensZeichen 30
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© St. Peter und Paul Wiesbaden-Schierstein

Zeichen der Nächstenliebe

Seelsorge in Notfällen – Einsatz im Katastrophengebiet in NRW

Nachdem der Katastrophenfall in Nordrhein-Wesftalen ausgerufen war, wurde das Hessische Innenministerium am 15. Juli 2021 um Länderhilfe bei der Bewältigung der unzähligen Aufgaben gebeten.

Für die Stadt Wiesbaden tagte der Krisenstab bei der Feuerwehr und es wurde in nur drei Stunden ein Team zusammengestellt, welches nach NRW abgestellt werden konnte. Dem kommissarischen Amtsleiter der Feuerwehr war es wichtig, dass speziell für die Einsatzkräfte ein Team der Notfallseelsorge vor Ort bereitsteht, da – wie bereits in den Medien bekannt – mit einer hohen Zahl an Toten gerechnet werden musste.

Gegen 21:30 Uhr trafen wir als eines von 3 Kontingenten an der Messehalle in Düsseldorf ein und bezogen unser Quartier in einer der riesigen Hallen.

Allein die Anfahrt war bereits beeindruckend, als wir mit einer Kolonne von etwa 25 Fahrzeugen mit Blaulicht über die A3 fuhren. Insgesamt kamen aus ganz Hessen mehr als 800 Einsatzkräfte zusammen, um den Überlebenden so schnell wie möglich zu Hilfe zu eilen. Nach einer sehr kurzen Nacht erfolgte die Alarmierung ins Einsatzgebiet bei Aachen.

Unsere Einheit sollte die beiden Ortschaften Zweifall und Vicht anfahren, welche ostwärts von Aachen liegen. Ein außerordentlich prägender und emotionaler Moment war die Anfahrt. Die Menschen auf den Bürgersteigen empfingen uns mit Applaus. Ausnahmslos alle Kräfte von uns bekamen eine Gänsehaut, wir hatten einen Kloss im Hals und die Augen wurden feucht. Um überhaupt dort anzukommen, wurde uns ein Polizeifahrzeug als Lotse gestellt, denn die meisten Straßen waren unpassierbar.

© Seelsorge in Notfällen

Als wir das kleine Tal erreichten, wurde das Ausmaß langsam deutlich, der Bach, sonst höchstens 4 m breit, war am Tag der Überschwemmung auf 250 m angeschwollen, und die Wassermarke konnte man noch kurz unterhalb der Fensterbretter des ersten Stocks erkennen.

Aufgeteilt auf die beiden Ortschaften wurden wir bereits sehnsüchtig erwartet, da wir bis dahin die ersten Hilfsorganisationen waren, welche nach dem Ereignis eintrafen. Die Bilder, die wir zu sehen bekamen, kennt man sonst nur aus dem Fernsehen vom asiatischen Raum nach Tsunami oder Orkanen. Aber wenn man dann direkt vor Ort ist, hat man nicht nur einen Bildausschnitt, es ist real, und mit allen Sinnen stürmt es auf einen ein.

Es wurde Kontakt aufgenommen, die Feuerwehren begannen Haus für Haus vorzugehen und die Keller leer zu pumpen. Es gab keinen Strom und die Gaszufuhr war ebenfalls abgeschiebert. Gott sei Dank ist von den Anwohnern der beiden Orte durch die Flut niemand zu Tode gekommen.

Obwohl wir alle nur einen Tag helfen konnten, brachten wir trotz des Elends etwas Zuversicht und Hoffnung, dass sie in ihrer jetzigen Lage nicht alleine sind.

Zurück in Wiesbaden hat die Seelsorge in Notfällen inzwischen mit den Höhenretten ein begleitendes Gespräch zur Stress-Bearbeitung nach belastenden Ereignissen geführt. Sie waren mit der hessischen Hubschrauberstaffel der Polizei im Ahrtal eingesetzt. Zu Beginn retteten sie Menschen, die zum Teil über Stunden auf Hausdächern oder in Bäumen ausharrten. Wenn der Hubschrauber voll war, mussten sie umkehren, um die Menschen auf sicherem Gebiet abzusetzen. Einmal kamen sie beim zweiten Anflug an und das Haus war verschwunden, die Personen darauf waren nicht mehr zu sehen. Später wurden die Höhenretter zum Bergen der Leichen eingesetzt. Dass dies extreme Situationen sind und die Einsatzkräfte besonderer Betreuung benötigen, versteht sich von selbst.

Die Arbeit der Notfallseelsorge ist damit noch nicht beendet, es werden mit Sicherheit weitere Gespräche dieser Art folgen, damit sowohl die Betroffenen als auch die Helfer mit diesen traumatischen Eindrücken gut weiterleben können.

Christoph Fliegen
Seelsorge in Notfällen, Wiesbaden e. V.

Wie können wir all den Einsatzkräften nur danken für ihre tatkrätiige Einsatzbereitschaft, ihr umsichtiges, so wertvolles Handeln am Nächsten. Mir fehlen die Worte:

DANKE, dass es euch alle gibt, ihr seid ein Geschenk des Himmels, vergelts Gott!

Annerose Sterzel, Pastorale Mitarbeiterin St. Peter und Paul Wiesbaden

HoffnungsZeichen

In unserer Not, in allem Elend, in der Zerstörung vertrauen wir auf Dich, Gott Vater und Mutter. In unserer Ohnmacht, in aller Mutlosigkeit, in der Erschöpfung stehst Du uns bei. Jesus Christus, unser Bruder, in unserem Schmerz, in aller Trauer, in der Verzweiflung tröstest du uns, Gott, heiliger Geist.

Gott, wir tragen vor dich alle, die vom Hochwasser betroffen sind. Viele Menschen wurden aus dem Leben gerissen. Noch viele werden vermisst. Lebensentwürfe sind zerstört. Hoffnungen sind begraben. Gott, wir bitten Dich für diese Männer, Frauen und Kinder. Sei den Lebenden Beistand und den Verstorbenen Zukunft, gib Trost und Halt.

Gott, wir tragen vor Dich die Helferinnen und Helfer der Einsatzkräfte und alle, die freiwillig anpacken und helfen. Gott, wir bitten dich für diese Männer und Frauen: Verleih ihnen Kraft und schenke ihnen Momente der Erholung.

Gott, wir tragen vor Dich die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Notfallseelsorge und aus den Gemeinden, in den Krankenhäusern und bei der Polizei. Sie hören zu und fühlen mit. Sie erfahren von unfassbaren Schicksalen. Sie halten aus, was kaum auszuhalten ist. Got, wir bitten Dich für diese Männer und Frauen: Stärke sie und sei ihnen Schutz und Schild.

Gott, wir bringen auch uns selbst vor dich – mit dem, was uns bewegt. Schau in unser Herz und höre auf das, was wir dir in Stille vortragen.

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht und schenke uns seinen Frieden.
Amen.

Aus: „Andacht aus Anlass der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Wes!alen“;
Liturgie:
H. Schröck-Vietor, G. Kalinna, F. Peters, Bischof G. Bätzing

ZeitZeichen

19. Sonntag der Osterzeit

Melden Sie sich zum Gottesdienstbesuch vorab bis donnerstags 15:00 Uhr an: im Zentralen Pfarrbüro (0611/8904390, st.peterundpaul@bistumwiesbaden.bistumlimburglimburg.de). Sollten Sie leider keinen Platz mehr bekommen, versuchen Sie es bitte an einem weiteren Kirchort.

Vorabendmessen, 7. August 2021:

18:00 Uhr    Mariä Heimsuchung, St. Hedwig, St. Marien, Herz Jesu (Wortgottesfeier)

Sonntagsmessen, 8. August 2021: 

09:30 Uhr    St. Josef, St. Georg u. Katharina, St. Kilian, St. Peter und Paul
11:00 Uhr    St. Klara
12:00 Uhr    St. Kilian (Eucharistiefeier der kroatischen Gemeinde)

Bis zum Erreichen des Sitzplatzes ist eine Mund-Nasen-Maske zu tragen! Bitte halten Sie den vorgeschrieben Abstand ein.

Notfallhandynummer für Versehgänge und Krankensalbung: 0177/4110753

Das Zentrale Pfarrbüro ist aufgrund des Lockdowns für den Publikumsverkehr geschlossen, aber weiterhin besetzt. Bitte melden Sie sich mit Ihrem Anliegen, bzw. zur Terminvereinbarung in persönlichen Fragen telefonisch (0611 / 89 04 39 0) oder per E-Mail: st.peterundpaul@bistumwiesbaden.bistumlimburglimburg.de

Laden Sie sich hier die Lebenszeichen 30/2021 herunter

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