Taizé – man braucht nicht viel um glücklich zu sein
Taizé ist ein kleines Dorf in Burgund, in dem sich die Communauté de Taizé befindet. Diese internationale christliche Gemeinschaft bringt Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, die gemeinsam ihren Glauben leben und feiern. Auch dieses Jahr haben wir diese besondere Erfahrung gemacht. Mit fünfzehn Jugendlichen und vier Erwachsenen reisten wir für vier Tage nach Taizé. Nach unserer Ankunft wurden wir in Zimmer eingeteilt, wo wir unter anderem unsere Zimmergenossen aus anderen Ländern kennenlernen konnten. Während des Aufenthalts bekommt jeder Aufgaben zugeteilt. Unsere Gruppe half beim Abwasch nach dem Frühstück und dem Aushändigen von Tee und Nachspeisen bei der „Tea Time“.
Der Tagesablauf war klar strukturiert: Morgens begann der Tag mit dem Gebet, gefolgt von einem einfachen Frühstück. Danach nahmen wir an einer Bibelstunde teil und tauschten uns anschließend in kleinen sharing groups über den Bibelvers aus. Vor allem konnten wir durch die sharing groups mit Jugendlichen aus anderen Regionen und Ländern Freundschaften knüpfen. In unserer Freizeit spielten wir oft gemeinsam Spiele wie „Taizé Twister“ und lernten viele neue Leute kennen. Besonders schön war die internationale Atmosphäre, in der Menschen aus der ganzen Welt zusammenkamen. Vor dem gemeinsamen Mittagessen fand das Mittagsgebet statt. Bis zum Abendessen hatten wir Zeit für uns, in der manche sich zurückzogen und etwas ausgeruht haben, jedoch trafen wir uns alle spätestens bis zur Tea Time wieder. Ein Höhepunkt des Tages war für mich das Abendgebet nach dem Abendessen. Der gemeinsame Gesang, die Bibeltexte, die in verschiedenen Sprachen vorgelesen wurden und vor allem die stille Zeit zum Nachdenken und Beten machten diese Momente sehr besonders. Danach trafen sich viele am sogenannten „Oyak“ (Kiosk), wo gemeinsam gesungen, getanzt und Zeit miteinander verbracht wurde. Neben dem strukturierten Ablauf unternahmen wir auch andere Aktivitäten als Gruppe, wie eine Rallye durch die Communauté de Taizé oder ein persönliches Gespräch mit einem der Brüder.
Insgesamt war die Zeit in Taizé sehr bedeutsam. Das einfache Leben vor Ort hat gezeigt, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein: Gemeinschaft, Glauben und die Menschen um einen herum. Außerdem habe ich gemerkt, wie gut es tut, weniger Zeit am Handy zu verbringen und stattdessen bewusster im Moment zu leben. Taizé war eine unvergessliche Erfahrung, die in vielerlei Hinsicht etwas in uns bewegt hat.
Roda Yonadem (Firmandin)
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