3. Februar 2026
„Zuspruch“ auf hr2: „Horoskop und christlicher Glaube“
Horoskop und christlicher Glaube
Gerade am Anfang eines neuen Jahres lese ich zum Spaß mein Horoskop. Ich weiß auch noch, was das für ein Spaß war, als wir uns früher beim jährlichen Zeltlager abends am Lagerfeuer gegenseitig unser Horoskop vorgelesen haben. Irgendwas passt ja immer von dem, was über das eigene Sternzeichen ausgesagt wird: „Morgen wartet auf Sie eine große Herausforderung, in der zweiten Jahreshälfte werden Sie einen wichtigen Menschen kennenlernen, gegen Abend trübt sich Ihre Stimmung“. Das sind alles Sätze, die in einem Horoskop vorkommen können.
Ehrlich gesagt, glaube ich nicht an Horoskope. Aber die Frage, die ja dahintersteckt, find ich schon interessant: Ist mein Leben vorherbestimmt? Gibt es ein Schicksal für mich? Sagt mein Sternzeichen etwas über meinen Charakter aus? Sind etwa Löwen immer dominante Typen und Fische – wie ich – oft unentschieden? Ist das alles nur Hokus Pokus oder steckt da mehr dahinter? Die Astrologie ist eine uralte Weisheitslehre, die von den Babyloniern vor mindestens dreitausend Jahren, vermutlich schon vorher entwickelt wurde. Sternenkonstellationen zur Geburtsstunde bestimmen danach das Schicksal eines Menschen.
Wulfing von Rohr ist heute einer der führenden Astrologen. Er sagt: „Im Horoskop steht nicht, wann ein Mensch stirbt, ob er berühmt wird oder unheilbar krank wird. Ein Horoskop ist kein Ersatz für persönliches Denken, Fühlen und Erleben, für eigenverantwortlichen Entscheidungen, und auch nicht für Gebet und Meditation. Ein Horoskop weist auf in der Persönlichkeit angelegte Möglichkeiten hin und auf kosmische Zeitzyklen, in deren Rahmen sie sich entfalten können." So der Astrologe von Rohr.
Auch in der Bibel geht es um Sterndeuter. Die Bibel erzählt: Drei Magier kommen zur Geburt Jesu nach Bethlehem gereist. „Sie folgen einem Stern heißt es.“ (vgl. Matthäus 2) Wir nennen sie meistens die drei heiligen Könige und haben ihnen auch noch schöne Namen gegeben: Caspar Melchior und Balthasar. Zu der Zeit, als Jesus geboren wurde, gab es tatsächlich ein besonderes Sternenbild. Es hat den Jupiter, den Saturn und das Fische-Sternenbild miteinander verbunden. Der Saturn war für die Babylonier der Planet Israels, Jupiter der Königsstern und das Sternbild der Fische deutete eine Zeitenwende an. Das Himmelsereignis deuteten Sternenforscher wie die drei heiligen Könige deswegen so: In Israel wird ein neuer König geboren, der die Zeitenwende bringt.
Mir leuchtet die Aussage von Wulfing von Rohr ein, ein Horoskop ist kein determinierter Plan, wie mein Leben verlaufen wird, es hebt auch nicht meine Eigenverantwortung auf, es entlastet mich von keiner Entscheidung , die ich treffen muss. Aber vielleicht ist auch was an der Aussage, dass unterschiedliche Sternbilder unterschiedliche Menschentypen und Charaktereigenschaften kennzeichnen. Als Christ glaube ich: Meine Lebenszeit in liegt Gottes Händen. Trotzdem denke ich auch immer wieder: Wer weiß, wie das alles zusammenhängt. Die Kirche hat nicht umsonst immer auch große Sternenforscher in ihren Reihen gehabt: Kopernikus, Kepler, Galileo Galilei. Auch wenn sie in Konflikt mit der Kirche gerieten, wusste die Kirche: Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als wir sehen können.